Stationärgerät „GetDew Base“

Luftfeuchte- und Temperaturmessung bei hohen Pro­zesstemperatu­ren – spezielle Applikationen, für die das stationäre Feuchtemessgerät GetDew Base entwickelt wurde. Relative und absolute Luftfeuchtigkeit werden genau dort gemesssen, wo es am wichtigsten ist – direkt durch kontinuierliche, unverfälschte Entnahme aus dem Prozess auch bei sehr hohen Temperatu­ren – Umgebungsbedingun­gen, wie sie bei Back­­prozes­sen, in Trocknungs­anlagen, Autoklaven und Wärme­durch­laufö­fen oder Abgasmessung üblich sind.

Einsatzgebiete für das GetDew Base sind zum Beispiel industrielle Öfen, Trocknungsanlagen oder Motorenprüfstände. Durch seine kurze Reaktionszeit erfasst das GetDew Base auch schnelle Veränderungen im Prozess. Es lässt sich zur Erfassung der Regelgröße in eine Feuchtigkeitsregelung einbeziehen.

Für darüber hinausgehende Anforderungen sind Sonderbauformen möglich, zum Beispiel zusätzliche Temperatursensoren, andere Sensorarten, zum Beispiel zur Messung der Strömungsgeschwindigkeit.

Auch bei der Wahl der Schnittstelle zur Anbindung an den Regler sind verschiedenen Varianten möglich. Standard ist für den digitalen Ausgang das MQTT-Protokoll und analog eine 4..20mA Schnittstelle.

GetDew Base

Messeinsatz

Das GetDew Base ist für Dauerbetrieb ausgelegt. Damit der Feuchtesensor nicht zu schnell ver-schmutzt, muss eine Vorfilterung der Luft erfolgen. Diese Filter müssen bei Verschmutzung getauscht werden. Bei stark verunreinigter Luft kann es notwendig sein, auch den Sensor in regelmäßigen Abständen zu reinigen. Die Häufigkeit dieser Wartungsintervalle hängt vom Prozess ab. Sie kann im Bereich von Tagen oder Wochen liegen.

Die zu analysierende Luft muss durch einen beheizten Schlauch zum Messgerät geleitet werden. Das ist erforderlich, damit sich an kalten Oberflächen nicht bereits die Feuchtigkeit niederschlägt, die erst im Messgerät analysiert werden soll. Für den Lufttransport durch das Gerät sorgt eine Pumpe, die entweder bereits im Gerät eingebaut ist oder aber vom Anwender gestellt werden kann.

Mit zusätzlichen sieben externen Temperatursensoren (als Option) lassen sich Temperaturverteilungen messtechnisch erfassen. Durch den Einsatz von sehr kleinen Fühlern können auch Oberflächen- und Innentemperaturen eines Prozessgutes gemessen werden.

Bedienung und Visualisierung

Über eine USB-C-Schnittstelle wird die Verbindung zum Gerät hergestellt. Der Zugriff auf die Benutzeroberfläche geschieht über gebräuchliche Webbrowser. Auf der Webseite stehen Ihnen alle zur Bedienung des Gerätes notwendigen Werkzeuge bereit. Erfasste Messwerte können dargestellt und in gängigen Formaten (ods, xls, csv, xml, json) exportiert werden. Die USB-C Schnittstelle arbeitet mit einer virtuellen Netzwerkkarte zur Einbindung des Gerätes ins lokale Netzwerk. Die Daten werden über einen MQTT-Publisher für das Netzwerk bereitgestellt.

Parallel steht die Taupunkttemperatur über eine 4..20mA (oder 0..20mA einstellbar) Schnittstelle analog zur Verfügung. (oder 0..20mA, einstellbar) aus. Auch der Messbereich der Luftfeuchtigkeit, der  auf  4..20mA abgebildet wird, ist einstellbar. Digitale Ausgänge zeigen an, ob das Gerät misst und die Messwerte plausibel sind.

Messprinzip

Feuchtesensor: Das GetDew Base arbeitet nach dem Taupunktprinzip. Die Oberfläche einer elektrischen Streufeldkapazität wird soweit abgekühlt, bis sich Tau auf ihr niederschlägt. Die Temperatur der Oberfläche in diesem Moment ist ein direktes Maß für die absolute Feuchte (Gramm Wasser pro Kubikmeter Luft). Da bei diesem Verfahren die Feuchtemessung auf eine reine Temperaturmessung zurückgeführt wird, erzielt die Sensorik eine hohe Messgenauigkeit und -dynamik. Auch schnelle Änderungen der Feuchtigkeit im Bereich 1°C bis 100°C Taupunkt können so problemlos erfasst werden. In der nebenstehenden Grafik ist zu erkennen, dass eine Änderung in der Feuchtigkeit von 17°C auf 88°C Taupunkttemperatur in knapp 10 Sekunden registriert wird. Eine derartige Änderung von umgerechnet etwa 14g Wasser pro Kubikmeter Luft auf 396 g/m³ tritt zum Beispiel in Beschwadungszonen von Durchlaufbacköfen auf.

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Temperatursensoren: Das GetDew Base arbeitet optional mit NiCr-Ni-Thermoelementen, Typ K. Der Temperaturmessbereich liegt zwischen -100°C und 500°C. Andere Bereiche können als Option angeboten werden. Optional können bis zu sieben Temperatursensoren angeschlossen werden, auf Anfrage sind auch mehr möglich. Alle Eingänge sind vom Messgerät und untereinander galvanisch getrennt. Es können dadurch keine elektrischen Einflüsse der Sensoren untereinander auftreten. Thermoelemente besitzen eine sehr kleine Masse und können daher auch bei kleinen Objekten die Innentemperatur unverfälscht erfassen. In einer flachen Ausführung lassen sich damit Oberflächentemperaturen messen.

Andere Messumformer: Als Option können auch weitere Messumformertypen angeboten werden, zum Beispiel für Spannungs- oder Stromeingänge, Widerstandstemperaturfühler (Pt100) oder Anemometer.

Technische Daten

max. Lufteintrittstemperatur:350° Celsius
Taupunkttemperatur:
(die minimal erreichbare Taupunkttemperatur liegt um 50 Kelvin unter der Ansaugkanaltemperatur)
1° C – 100° C
externe Temperaturfühler (optional):max. 7 NiCr-Ni Thermoelemente Type K
Messbereich externe Temperaturfühler :-100° – +500°C (andere Bereiche auf Anfrage)
Lagertemperatur:-10° C – + 45°C
rel. Fehler externer Temperaturfühler:± 0,5%
rel. Fehler Taupunkttemperatur:± 1%
Dynamik im Taupunkt:max. 8 Kelvin/ s
Messfrequenz aller Messstellen:max. 10Hz (10 Messpunkte pro Sekunde)
Schnittstelle:USB-C
Anschluss:230V, 150W
Abmessungen (L*B*H):140 x 235 x 350 mm³
Gehäuse:19″, 3HE/ 42TE/ T 305 mit Griff, weiß
Gewicht:ca. 5 Kg

Kurzbeschreibung

Hochdynamische Feuchte- und Tempe­ra­turmessung bei hohen Prozesstempe­raturen nach dem Taupunkt­prinzip mit Streufeldkapazität,
Analoge Ausgabe der Feuchtigkeitswerte über eine analoge Stromschnittstelle (0(4)..20mA),
Digitale Ausgabe aller Messwerte über MQTT,
Bereitschaftsanzeige des Gerätes über digitale Ausgänge,
optional bis zu 7 Temperaturmessstel­len zum Anschluss externer Ther­mo­­elemente,
Kommunikation über USB-C-Schnittstelle,
optional bis zu 7 Temperaturmessstel­len zum Anschluss externer Ther­mo­­elemente,
Messumformer für andere physikalische Größen als Option,
Gerätebedienung, Auslesen und Abspeichern der Daten über Webbrowser,
Export der Daten über gängige Datenformate.
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